Zur Heiligsten Dreifaltigkeit

Kath. Kirchengemeinde Hirschlanden
mit Heimerdingen und Schöckingen

Schwabstr. 15
71254 Ditzingen-Hirschlanden

„Ist Yasuní noch zu retten?“ Planspiel über den Klimawandel

Als Faire Gemeinde wollen wir Interessierte zu den Themen Umweltschutz und Fairer Handel informieren und schulen. So hatten wir am Freitag, 30.10.2022 von 19 bis 22 Uhr im Planspiel der Energieagentur Kreis Ludwigsburg (LEA) über die Zukunft des Yasuni-Nationalparks Ecuadors zu entscheiden. Das Planspiel beruht auf einem konkreten Fall, den Ecuador im Jahre 2013 angestoßen hatte.

Wie sieht das Planspiel aus, um was geht es?

Das Plan-spiel macht ökonomische, ökologische und soziale Zusammenhänge im Konflikt um Klimagerechtigkeit konkret erfahrbar und gibt Impulse das eigene Tun und Denken zu Gunsten eines bewussteren Umgangs mit den Ressourcen unserer Erde zu sehen.

Es war die Aufgabe des Ministerpräsidenten Ecuadors finanzielle Zusagen zu bekommen und im Gegenzug auf die Förderung von Erdöl im Yasuni-Nationalpark zu verzichten. Unter der Leitung eines Moderators gingen 5 Parteien in die Diskussion um heraus zu finden wer bereit ist die Idee zur Rettung des Regenwalds zu unterstützen und damit Ecuador die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Im
Gegenzug verzichtet Ecuador auf Erlöse von 7,2 Mrd USD durch die Erdölförderung.Im Planspiel waren folgende Rollen und Interessengruppen mit sehr unterschiedlichen Interessen:

  • Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Ecuadors
  • 2 Vertreter der norwegischen Regierung
  • Entwicklungsminister und 2 weitere Vertreter der deutschen Regierung
  • 2 Vertreter NGO Indigenendachverband CONTIGO, der indigenen Bevölkerung Ecuadors die in dem betroffenen Gebiet leben
  • sowie 2 Vertreter vom internationalen Ölkonzern Global Oil

Ecuador ist ein armes Land, die Wirtschaft hängt heute hauptsächlich von der Erdölproduktion ab, Ecuador exportiert vor allem Erdöl, Bananen, Kakao, Fischereiprodukten, Erdölderivaten und Mineralien. Der Tourismus hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt, da Ecuador als eines der Länder mit der höchsten Biodiversität der Welt gilt. Und diese Biodiversität mit der unvergleichlich hohen Zahl an Tieren und Pflanzen gilt es zu erhalten.

Was ist im Planspiel passiert?

Die Idee des Ministerpräsidenten Ecuadors auf die Erschließung des Ölfeldes im Nationalpark
zu verzichten, fand nicht die erhoffte positive Resonanz der potentiellen Geberländer. Die bereits vorliegenden Zusagen anderer europäischer Länder und der Beitrag Norwegens als Ergebnis der Diskussionsrunde reichten leider nicht. Am Ende hatten die Regierungsvertreter Ecuadors leider nur
die Option den Urwald für die Ölförderung zu erschließen.

Was ist für uns das Fazit des Abends?

Wie in der Realität (2014) so auch in unserem Planspiel konnten die anwesenden Geberländer nicht überzeugt werden einen nennenswerten Beitrag zu den von Ecuador gewünschten 3,7 Mrd USD leisten. Heute sehen wir die Auswirkungen der Erderwärmung, vielleicht hätte solch ein Projekt heute eine Chance umgesetzt zu werden.

Auch wenn wir den Regenwald nicht retten konnten und sich die wirtschaftlichen Interessen durchsetzten, haben wir erfahren, dass jeder einzelne seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann. Auch wenn es gefühlt nur ein kleiner Beitrag ist, so können die Themen Umweltschutz und damit die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen stärker in den Fokus der Regierenden gebracht werden. Wir müssen uns einsetzen für eine gesunde Natur und eine gerechtere, faire Welt. Es liegt auch an uns, dies im Sinne der Erhaltung der Schöpfung zu leben.

Das Planspiel war super spannend und interessant, zudem lehrreich für alle Beteiligten. Wir hätten uns eine höhere Beteiligung gewünscht, denn dann hätten wir mit einer zusätzlichen Gruppe der Klimaaktivisten einen stärkeren Fokus auf den Umweltschutz gehabt. So hoffen wir für weitere Veranstaltungen in der nahen Zukunft auf verstärkte Teilnahme Interessierter. Wir werden frühzeitig über weitere Ideen/Maßnahmen/Veranstaltungen informieren um mehr Menschen zu erreichen und zu begeistern für eine gesunde Natur und eine faire Welt.

Kommen Sie gerne auf uns zu, wenn Sie Ideen haben, die wir als Faire Gemeinde behandeln sollten. Wir suchen nach einer Möglichkeit, diese Ideen dann auch anzubieten.

Gerhard Müller für den Arbeitskreis Nachhaltigkeit