Zur Heiligsten Dreifaltigkeit

Kath. Kirchengemeinde Hirschlanden
mit Heimerdingen und Schöckingen

Schwabstr. 15
71254 Ditzingen-Hirschlanden

Sternsinger-Schwerpunkt Land: Amazonien

Bäume und Wasser soweit das Auge reicht! Das Amazonasbecken umfasst das größte Flusssystem und den größten Regenwald der Erde. Überall zirpt, quakt und gluckst es, immer wieder sind die Rufe von Vögeln, Brüllaffen und anderen Amazonas bewohnern zu hören. Amazonien ist auch die Heimat zahlreicher indigener Volksgruppen. Eine von ihnen, die Tikuna, lernen wir bei der diesjährigen Sternsingeraktion kennen.

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Das Amazonasbecken erstreckt sich über neun Länder Südamerikas und umfasst ein Gebiet, das 18-mal so groß ist wie Deutschland. Auf einer Fläche von gut 5,5 Millionen Quadratkilometern wächst hier der größte zusammenhängende tropische Regenwald der Welt. Den größten Anteil hat Brasilien mit etwa 60 Prozent.
Der Amazonas-Regenwald liegt in den Tropen, einem riesigen Grüngürtel, der rund um den Äquator verläuft. Jahreszeiten wie in unseren Breitengraden gibt es dort nicht. Stattdessen herrscht das ganze Jahr über warmfeuchtes Klima, in dem sich längere Regenzeiten und kurze Trockenzeiten abwechseln. Während es in der Regenzeit wochenlang rund um die Uhr wie aus Eimern schütten kann, gibt es in der Trockenzeit nur alle paar Tage einige Regengüsse.
Der Amazonas-Regenwald gilt als einer der ältesten und artenreichsten Lebensräume der Welt. Bisher wurden mehr als 400 Säugetier- und fast 1.300 Vogelarten erforscht. Hinzu kommen mehr als 40.000 Pflanzenarten. Manche Bäume können bis zu 70 Meter hoch werden. Jeder einzelne Baum hat Einfluss auf das weltweite Klima: Regenwaldbäume – besonders die ganz großen – speichern enorme Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO₂) und produzieren gleichzeitig viel Sauerstoff.

Der Amazonas ist der längste Fluss in Amazonien. Auf einer Länge von etwa 6.500 Kilometern schlängelt er sich quer durch Südamerika. Der wasserreichste Fluss der Erde hat seinen Ursprung in den peruanischen Anden und mündet in Brasilien in den Atlantischen Ozean. Der größte Amazonas-Nebenfluss ist der Rio Negro, der „schwarze Fluss“, der seinen Namen der dunklen Wasserfarbe verdankt. In den Amazonas-Gewässern gibt es eine riesige Artenvielfalt.
Wissenschaftler vermuten, dass hier rund 3.000 Fischarten leben. Zum Vergleich: In europäischen Flüssen tummeln sich maximal 150 verschiedene Arten. Zu den bekanntesten Amazonas-Flussbewohnern gehören Piranhas, Zitteraale und Stechrochen. Einer der größten Süßwasserfische weltweit ist der Arapaima. Er kann mehr als zwei Meter lang werden und bis zu 150 Kilo schwer. Einheimische Fischer erzählen sogar von viereinhalb Meter langen Exemplaren.
Mit etwas Glück bekommt man auch einen Amazonas-Delfin zu sehen: Jungtiere sind silbergrau, die Haut älterer Amazonas-Delfine schimmert zunehmend rosa, da sie mit dem Alter immer dünner wird. Alle Waren von außerhalb, die die Menschen am Amazonas brauchen, kommen per Schiff.
Der Fluss mit seinen unzähligen Seitenarmen ist die Hauptverkehrsader der Region. Kleine Kutter und riesige Schiffe transportieren Güter und Personen. Wegen seiner Tiefe von 30 bis 40 Metern können Hochseeschiffe das Amazonas-Flusssystem auf rund 3.500 Kilometern befahren. Die großen Amazonas-Städte Iquitos in Peru oder Manaus in Brasilien sind von Regenwald umgeben und nur per Schiff oder Flugzeug erreichbar.

Rund 33 Millionen Menschen leben in Amazonien. Etwa drei Millionen gehören zu einer der 390 indigenen Ethnien. Sie sind Nachfahren der Menschen, die die Region schon vor der gewaltsamen Eroberung durch die Europäer bewohnten. Sie haben eine enge Verbindung zur Natur, in der sie leben, und ernähren sich hauptsächlich vom Fischfang und der Landwirtschaft.
Das Ökosystem Amazonien bietet den Menschen alles, was sie zum Leben brauchen. Die Menschen in Amazonien leben vor allem von Landwirtschaft und Fischfang. Alle indigenen Ethnien haben ihre eigenen Sprachen, Kulturen und Traditionen.
Im Dreiländereck Brasilien, Kolumbien und Peru lebt unter anderem die Volksgruppe der Tikuna mit rund 40.000 Personen. Sie haben wir für die kommende Sternsingeraktion besucht. Die Tikuna setzen sich für den Schutz und Erhalt des Amazonas-Regenwalds ein. Zugleich eint sie ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das sie über Landesgrenzen und ethnische Unterschiede hinweg verbindet.
Die kolumbianische Nichtregierungsorganisation „Wege der Identität“ „Fundación Caminos de Identidad“– kurz: FUCAI) ist Projektpartner der Sternsinger und arbeitet seit rund zwanzig Jahren mit den Tikuna und weiteren Ethnien in Amazonien. Ziel der FUCAI-Arbeit ist es, dass die Menschen das Potential ihrer Region gemeinsam nutzen, ohne die natürlichen Ressourcen auszubeuten: Wenn alle verantwortungsbewusst handeln, bleibt das Gleichgewicht von Mensch und Natur erhalten und niemand muss Not leiden. Natur und Mensch bilden für die Mitarbeitenden von FUCAI eine Einheit. Deshalb gehören die Sorge um die Natur, der Erhalt guter Traditionen und die Entwicklung neuer Perspektiven untrennbar zusammen.

Das Ökosystem Amazonien bietet den Menschen dort alles, was sie zum Leben brauchen. Und doch ist dieses System auf vielfache Weise bedroht: Überfischung durch kommerzielle Fangflotten, Wasserverschmutzung, Staudammprojekte und andere Faktoren bedrohen die Fischbestände und die Lebensgrundlage vieler Familien. Goldgräber haben in den vergangenen Jahren viele Tonnen Quecksilber in den Amazonas geleitet.
Amazonas-Delfine und viele andere Tierarten leiden unter der Verschmutzung. Über das Wasser und die Luft gelangt das Quecksilber auch in die Nahrungskette der Menschen.
Für landwirtschaftliche Großprojekte, Infrastruktur oder den Abbau von Rohstoffen werden täglich unzählige Bäume gefällt oder abgebrannt. Das interdisziplinäre Projekt „Global Forest Watch“, das die Rodungen beobachtet und kartographiert, hat festgestellt, dass jede Minute eine Regenwaldfläche von rund zehn Fußballfeldern verlorengeht.
Mit Brasilien, Bolivien, Peru und Kolumbien sind gleich vier Amazonas-Staaten unter den zehn Ländern weltweit mit den höchsten Regenwaldverlusten.
Auch unser Konsum hat große Auswirkungen auf den Regenwald. Schulhefte aus Papier, für das Tropenholz gerodet wurde, Kosmetikprodukte und Lebensmittel mit Palmöl oder Smartphones und Tablets mit Bauteilen, in denen die sogenannten Seltenen Erden verarbeitet wurden: Viele Produkte, die wir täglich nutzen, tragen dazu bei, dass der Amazonas-Regenwald mehr und mehr verschwindet.

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