Kommunion unter beiderlei Gestalten

Hinter dem Begriff „Kommunion unter beiden Gestalten“ versteckt sich die Praxis, bei der Kommunion nicht ausschließlich den Leib Christi („Brotkommunion“), sondern auch das Blut Christi in Form von Wein („Kelchkommunion“) zu empfangen.

Als Jesus beim letzten Abendmahl Brot und Wein mit seinen Jüngern teilte, sprach er die damals üblichen Gebete. Doch dann passierte etwas Außergewöhnliches: „Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“ (1. Kor 11,23-26).

Jesus deutet Brot und Wein als sein Leib und sein Blut, das er hingibt, damit alle das Leben in Fülle haben. Und er gibt gleichzeitig einen Auftrag: Tut dies zu meinem Gedächtnis! Deshalb feiern wir (fast) jeden Sonntag Gottesdienst.

In der frühen Kirche war es üblich, dass sich die Christusgläubigen zum sogenannten Herrenmahl versammelten. In 1. Kor 11,17-34 lesen wir, dass die Versammelten mit dem Essen nicht aufeinander gewartet haben. Der erste Gottesdienst war also keinen Fall so, wie wir ihn heute feiern, sondern war eher eine gemeinsame Mahlzeit, von Arm und Reich, Sklave und Freier, Männern und Frauen, Alten und Jungen, mit spirituellem Charakter. So wie wir es heutzutage noch in Agape-Feiern feiern.

Bis ins 12. Jahrhundert hinein war es üblich, bei den Gottesdiensten die Kommunion in beiderlei Gestalten zu reichen. Dann wurde zunehmend die Angst größer, dass man vom Blut Christi etwas verschütten könne und die Kelchkommunion rückte in den Hintergrund. Zeitweise wurde sogar das Röhrchen verwendet. Doch was passierte mit den Resten, die im Röhrchen blieben? Die Zeichenhaftigkeit hat ziemlich gelitten.

Im Mittelalter herrschte dann eher eine Schaufrömmigkeit. Der Leib Christi wurde nicht mehr empfangen, sondern angebetet: Das Fronleichnamsfest entstand. Im Jahr 1215 hat das 4. Laterankonzil dann festgelegt, dass man mindestens einmal im Jahr, an Ostern, die Kommunion empfangen muss. Die Kelchkommunion war also nicht mehr üblich. In der sogenannten “Konkomitanz-Lehre” wurde in der Scholastik später festgehalten, dass Christus auch in einer der beiden Gestalten allein vollständig gegenwärtig ist.

In der Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ des 2. Vatikanums wurde dann, bis heute aktuell, festgelegt, dass die Kelchkommunion zu einigen Gelegenheiten gespendet werden darf. 1971 legte die deutsche Bischofskonferenz fest, dass der Priester vor Ort die Entscheidung treffen darf.

Prof. Benini, sagt über die Theologie hinter der Kelchkommunion Folgendes: „Zunächst einmal kommt im konsekrierten Wein die Hingabe Jesu bis zum letzten Tropfen seines Blutes deutlicher zum Ausdruck, als das in der Brotgestalt der Fall ist. Gleiches gilt für das Bundesmotiv: „Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes.“ Und auch das eschatologische Motiv spielt eine Rolle, weil Jesus beim Abendmahl laut Evangelium gesagt hat, „bis ich von Neuem davon trinke im Reich Gottes“. Von der Zeichenhaftigkeit ist die Vollgestalt unter beiden Gestalten deutlicher. Auch die Erfahrung der Eucharistiegemeinschaft ist natürlich dichter, wenn nicht nur der Priester aus dem Kelch trinkt.“


Einführung Kelchkomunion

Einmal im Monat wird in Hirschlanden ab Januar die Kommunion in beiderlei Gestalten gereicht. Immer am 2. Sonntag im Monat.

Wie bereits erwähnt ist die Kelchkommunion zwar von Christus vorgesehen: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!“ (1. Kor 11, 25) aber über die Jahrhunderte nicht mehr praktiziert worden. Die „Brotkommunion“ war aus praktischen Gründen leichter als die „Kelchkommunion“. So wurde festgelegt, dass es für das Heil reicht, wenn man den Leib Christi empfängt. Doch wird die Zeichenhaftigkeit der Hingabe Jesu durch beide Gestalten deutlicher. Im Blut Christi, in der Kelchkommunion, wird der ewige Bund Gottes gefeiert.


Kommunion einlegen

Ab dem 14. Januar 2024 wird es eine Neuerung im Gottesdienst in Hirschlanden geben: Die ungeweihten Hostien liegen in einer Schale im Eingangsbereich bereit. Beim Eintreten in die Kirche können Sie sie in die Hostienschale legen. Während der Gabenbereitung wird die gefüllte Hostienschale von den Ministranten zum Altar gebracht. Dort werden die ungeweihten Hostien vom Priester konsekriert und damit zum Leib Christi.

Warum diese Neuerung?

In der frühen Kirche war es üblich, dass alle von Zuhause etwas zum Herrenmahl mitgebracht haben: Lebensmittel, Getränke, Spenden. Beim Herrenmahl wurde das Essen und die Getränke dann unter allen Anwesenden, Armen und Reichen, Männern und Frauen, Alten und Jungen, geteilt. Jede:r hat das mitgebracht, was man Zuhause hatte. 

Über viele Konzile und Synoden hinweg wurde dann festgelegt, was Leib und Blut Christi werden kann und wie der Gottesdienst weltweit gefeiert wird. 

Vom „Mitbringen von Zuhause und verteilen“ blieben nur noch die Geldspenden übrig. Die heute als Kollekte viele soziale Einrichtungen, Hilfswerke und unsere Gemeinde unterstützen. Sie werden während des Gottesdienstes ebenfalls in die Nähe des Altars gebracht. 

Mit dem Einlegen der ungeweihten Hostien im Eingangsbereich kommen wir zeichenhaft wieder näher an die Ursprünge der Kirche ran. Die Prozession mit den Gaben, bei der Gabenbereitung durch die Minis, wird auch noch mal deutlicher: Die Gaben sind Teil der Gemeinde! Teil von uns! Nicht nur Brot und Wein werden gewandelt zum Leib und Blut Christi, sondern auch wir. 

Wir bringen Frieden!

Seit 1986 entzündet ein Kind der österreichischen Pfadfinder ein Kerzenlicht in der Geburtsgrotte Jesu: das Friedenslicht von Bethlehem. Von dort aus wird es im Advent auf der ganzen Welt verteilt und seit über 25 Jahren auch in Deutschland. Das Licht zeigt: Wir hoffen auf Frieden! 

Seit vielen Jahren brennt dieses Licht an Weihnachten auch in den katholischen Kirchen in Hirschlanden und Heimerdingen. Aus den Weihnachtsgottesdiensten kann man dieses Licht mitnehmen, Zuhause aufstellen, an Bekannte weiter verschenken.

Dieses Jahr werden Jugendlichen aus der Gemeinde einen Schritt weitergehen. Wir möchten dieses Licht weitergeben. Es soll in Hirschlanden, Heimerdingen und Schöckingen (also unserem Gemeindegebiet) in Kindergärten, Pflege- und Sozialeinrichtungen und bei der Stadt und den Verwaltungsstellen brennen. Als klares Zeichen: Wir hoffen auf Frieden!

Senioren in der Gemeinde

Ökum. Hirschlander Besuchsdienst sucht Verstärkung.

Der ökumenische Hirschlander Besuchsdienst besucht Senior:innen, die über 80 Jahre alt sind zum Geburtstag und bringt neben einem kleinen Geburtstagsgruß der Gemeinden auch Zeit zum Reden mit. Viele der Senior:innen können aktuell nicht besucht werden, weil das Team der Ehrenamtlichen es nicht mehr schafft. Deshalb suchen wir Verstärkung!

Wenn Sie kontaktfreudig sind, ein wenig Zeit haben und gerne die älteren Mitbürger:innen Hirschlandens besuchen möchten, dann kommen Sie zum Besuchsdienst. Wie viel Zeit ist einbringen, das bleibt Ihnen überlassen. Die Zugehörigkeit zur Kirche ist keine Voraussetzung. 

Bitte melden Sie sich im Pfarrbüro oder direkt bei Gemeindereferent Martin Hensel (martin.hensel@drs.de, 0178 9213795)


Seniorenangebote

Mitarbeitende gesucht für ein regelmäßiges Begegnungsangebot für Senioren – Mit der Pandemie schliefen leider einige Angebote in unserer Kirchengemeinde ein. Nun sollen sie wieder belebt werden. Um ein regelmäßiges – 3 bis 4x im Jahr – stattfindendes Begegnungsangebot für Senioren sucht die Kirchengemeinde ehrenamtlich Engagierte, die gemeinsam mit Gemeindereferent Martin Hensel so etwas auf die Beine stellen wollen. Ob das nun ein Senioren-Frühstück, Nachmittag oder ein Ausflug ist, darf das Team entscheiden.

Bitte melden Sie sich im Pfarrbüro oder direkt bei Martin Hensel.


Gesprächsbedarf?!

Sie haben Gesprächsbedarf? Sie machen sich Sorgen? Benötigen jemand zum Reden? Einsamkeit, Verlust, Sorgen um die Welt und sich selbst, …

Egal, welches Thema – Ich bin da. Ich höre zu und komm mit Ihnen ins Gespräch.

Ihr Martin Hensel, Gemeindereferent

Dachsanierung in Hirschlanden

Seit den Sommerferien ist bei der Kirchendachsanierung viel geschehen. Nachdem im August das Außengerüst aufgebaut war, konnte mit der Betonsanierung der Fassade begonnen werden, die inzwischen bereits abgeschlossen ist.

Parallel dazu wurde auf dem Dach mit dem Rückbau des bestehenden Trapezblechdaches begonnen, das vor Jahren aufgrund von Dachundichtigkeiten auf das ursprüngliche Flachdach aufgesetzt wurde. Wir hatten also all die Jahre zwei Dächer, die in Kombination leider beide undicht wurden. 

Mitte Oktober wurde die Oberlichtverglasung geliefert und das alte Lichtband konnte somit guten Gewissens demontiert werden. 

Im Zuge dieser Demontage wurde bald klar, dass der obere Wandabschluss, die sogenannte Attika, die damals für das zweite Dach angestückelt wurde, rückgebaut werden muss, weil eine saubere Dachabdichtung nicht möglich werden würde. 

Ende Oktober wurden die Oberlichtrahmenprofile eingebaut und bis Anfang November war das Dach komplett abgetragen und die Container voller Bauschutt über den Feldweg hinter der Kirche abgefahren. 

Zeitgleich wurden alle Dachabläufe ordnungsgemäß angeschlossen und das Dach mit einer Dampfsperre versehen. Inzwischen ist das Oberlichtband mit Gläsern versehen und das Aufmaß für die dunkelgrauen Verdunkelungs-Rollos konnte aufgenommen werden.

Das Dach sollte bis Weihnachten komplett fertig sein und sobald die Verdunkelungs-Rollos geliefert und eingebaut sind, kann auch das Innengerüst abgebaut werden.

Für den Bauausschuss

Beatrice Leutz

Franziskuspreis 2023

Klima und Nachhaltigkeit im Fokus

Zum siebten Mal hat Bischof Fürst die Franziskuspreise der Diözese vergeben für vorbildliches Engagement im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit. 

56 Grad im Sommer in Mexiko, mehr als 45 im Süden Spaniens, Waldbrände von der Größe Baden-Württembergs, Bayerns und Niedersachsens zusammen in Kanada. Und innerhalb von drei Tagen doppelt so viel Regen in Griechenland wie in Berlin im ganzen Jahr, 30 Grad am 13. Oktober in Stuttgart. Nur die hartnäckigsten Realitätsverweigerer können sich der Erkenntnis verschließen, dass der menschengemachte Klimawandel längst da ist. Seit dem Jahr 2008 zeichnet die Diözese Rottenburg-Stuttgart Projekte und Aktionen auf ihrem Gebiet aus, die sich der Bewahrung von Gottes Schöpfung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben haben. Dass diese Initiative von Bischof Dr. Gebhard Fürst auf fruchtbaren Boden gefallen ist, zeigt die Rekordzahl von 36 Bewerbungen für den Preis in diesem Jahr.

Erster Preis für das „Freiwilligenzentrum Caleidoscop“

Der erste Preis mit einem Preisgeld von 6.000 € ging an das „Freiwilligenzentrum Caleidoscop“ im Caritasverband für Stuttgart e. V. für das Projekt „Caleidoscop – bunt nur grüner und HEY ALTER! Stuttgart – Alte Rechner für junge Leute“. Die Initiative „Bunt nur grüner“ subsummiert dabei Kleinprojekte mit ökologischem und sozialem Fokus innerhalb der Stuttgarter Stadtgesellschaft. Zum Beispiel den Bau von Hochbeeten in Kooperation mit Kirchengemeinden und Firmen, die Information über Klimagerechtigkeit und Klimaflüchtlinge und eine Börse zum Tausch gebrauchter Kleidung. Als besonders bemerkenswert stufte die Jury unter Vorsitz des früheren baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller das Projekt „HEY ALTER!“ ein. In dessen Rahmen werden alte, aber noch funktionsfähige Laptops aufgearbeitet und bedürftigen Familien und Jugendlichen zur Verfügung gestellt. Angestoßen wurde diese Initiative durch die Corona-Pandemie und durch die jüngst stark gestiegenen Lebenshaltungskosten; sie ermöglicht armen Familien und deren Kindern die soziale Teilhabe mit digitalen Endgeräten.

 Bewahrung der Schöpfung muss im Fokus bleiben

Wie dicht der Einsatz für eine intakte Umwelt mit dem christlichen Menschenbild und auch der Bibel verknüpft ist, machte Laudator Franz Untersteller mit einem Querverweis zum jüngsten apostolischen Mahnschreiben „Laudate Deum“ von Papst Franziskus deutlich. „Wie sehr man auch versuchen mag, sie zu leugnen, zu verstecken, zu verhehlen oder zu relativieren“, steht dort zu lesen – „die Anzeichen des Klimawandels sind da und treten immer deutlicher hervor.“ Der ehemalige Umweltminister und Grünen-Politiker nannte das Schreiben „ein starkes Signal für die Schöpfungsverantwortung“ und einen eindringlichen Appell, „dass wir entschiedener vom Reden zum Tun gelangen müssen“. Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb, deren Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft den Franziskuspreis ausschreibt und organisiert, bezog sich in ihrer Rede ebenfalls auf den Papst persönlich. Dieser habe vor einigen Jahren gesagt, die Menschheit habe die Schöpfung, das „gemeinsame Haus Erde ruiniert“. Inzwischen, so Schieszl-Rathgeb, sei die Zerstörung noch weiter fortgeschritten: „Unsere Hütte brennt längst!“

Umso wichtiger ist es Bischof Gebhard Fürst, dass die Basis der katholischen Kirche auch nach seinem altersbedingten Amtsverzicht Ende dieses Jahres an der Bekämpfung der Klimakrise dran bleibt: „Ich danke allen Christinnen und Christen in unserer Diözese von Herzen, wenn sie diesen Impuls aufgreifen und sich in ihrer Kirchengemeinde, Einrichtung, Gruppe, ihrer Ordensgemeinschaft, ihrem Verband oder auf der Ebene der Diözese für die Bewahrung der Schöpfung engagieren.“

Unsere Kirchengemeinde hatte sich mit dem Projekt „lokaler Einkaufsführer“ erstmalig um den Franziskuspreis der Diözese beworben. Leider hat es mit einem Platz unter den ersten drei nicht gereicht, was aber bei den über 30 teilweise sehr hochkarätigen eingereichten Vorschlägen nicht verwunderlich war. Da bei der Preisverleihung auch alle Projekte kurz vorgestellt wurden, gab es Anregungen für die Planung von weiteren Aktionen in unserer Kirchengemeinde.

Harals Geisel

Hubertusmesse

Am 12. November 2023 fand in unserer Kirchengemeinde ein besonderer Gottesdienst zu Ehren des Heiligen Hubertus statt.

Das Jagdhornbläserkorps der Jägervereinigung Stuttgart unter Leitung seines Dirigenten Herrn Arno Horn spielt zur Liturgie die Stuttgarter Hubertusmesse von Heinz Burum. Die Hubertusmesse, die dem Schutzpatron der Jäger, dem Heiligen Hubertus, gewidmet ist und in der um den Segen für die bevorstehende Jagdsaison gebeten wird, wurde im Rahmen eines Gottesdienstes mit Dekan Alexander König gehalten.

 „Die Hubertusmesse ist nicht nur eine religiöse Zeremonie, sondern auch eine Gelegenheit, die Schönheit der Natur und den Wert des Naturschutzes zu würdigen. Es ist eine Zeit, in der Jäger sich versammeln, um ihren Respekt für die Schöpfung auszudrücken“, sagt Bertram Fischer, Vorstand des Jagdhornbläserkorps der Jägervereinigung Stuttgart e. V.

„Am 3. November feiern Jägerinnen und Jäger den Hubertustag in Gedenken an den Schutzheiligen für Jäger, Hunde, Natur und Umwelt. Hubertus von Lüttich lebte im 7. Jahrhundert und war zunächst kein gutes Vorbild: Nach dem Tod seiner Frau soll er Gott und der Welt entsagt und die Jagd in den Wäldern der Ardennen wild und rücksichtslos ausgeübt haben. Als er an einem Feiertag einen Hirsch in die Enge getrieben hatte, entflammte plötzlich ein Kreuz zwischen dessen Geweihstangen. Hubertus fiel ehrfürchtig auf die Knie und gelobte Besserung. Die Legende mahnt Jägerinnen und Jäger, achtsam und respektvoll mit Wildtieren und Natur umzugehen. Diese Grundhaltung ist eng verknüpft mit dem heutigen Verständnis von Waidgerechtigkeit. Sie umschließt Tier- und Umweltschutz sowie Respekt gegenüber Mitmenschen.

Jägerinnen und Jäger sind verpflichtet, Tieren vermeidbare Schmerzen zu ersparen. Ein nachhaltiger Umgang mit der Natur gehört ebenso zur Waidgerechtigkeit wie ein umsichtiges Verhalten gegenüber anderen Jägern und der Bevölkerung. Für Jäger ist Waidgerechtigkeit oberstes Gebot, das auch in Jagdgesetzen Niederschlag findet. Wer dagegen verstößt, hat den Sinn der Jagd nicht verstanden und muss mit strengen Strafen rechnen. Das kann bis zum Entzug des Jagdscheines führen. Bevor sie diesen überhaupt bekommen, müssen Jägerinnen und Jäger in Deutschland durchschnittlich 150 Stunden büffeln und eine umfangreiche staatliche Prüfung ablegen.

Jägerinnen und Jäger leben Waidgerechtigkeit tagtäglich. Sie verbringen zum Beispiel 40 Stunden pro Woche im Revier und investieren aus eigener Tasche jährlich 130 Millionen Euro für Biotoppflege und Artenschutz. Hinzu kommen knapp 330 Millionen Euro für die Prävention von Wildschäden in Wald und Feld. Bei Wildunfällen sind sie erste Ansprechpartner und suchen mit ihren Hunden verletzte Tiere.“ (Quelle DJV 3.11.2022 Berlin)

Dieser außergewöhnliche Gottesdienst fand großen Anklang bei den Gottesdienstbesuchern, die im Anschluss bei Kürbissuppe, Wildspezialitäten und Getränken auf dem Kirchhof ins Gespräch kamen und den jagdlichen Signalen der Jagdhornbläser zuhörten.

Orgelfahrt nach Isny

Schon bald wird unser Projekt verwirklicht und wir freuen uns riesig.

„Wie die vielen Pfeifen sich in einem Klang vereinen, so lass uns als Glieder deiner Kirche in gegenseitiger Liebe und Brüderlichkeit verbunden sein, damit wir einst mit allen Engeln und Heiligen in den ewigen Lobgesang deiner Herrlichkeit einstimmen dürfen.“ Bald dürfen wir diese Worte aus dem Segensgebet zur Orgelweihe in Heimerdingen hören! 

Noch ist die Orgel im Bau und am 11. November konnten wir uns mit einer Gruppe von Interessierten aus unserer Kirchengemeinde vom Baufortschritt in der Werkstatt in Isny im Allgäu überzeugen. Im Moment liegen dort viele Einzelteile neben-, auf- und übereinander. Aber wir konnten uns schon vorstellen, wie die Orgel bald aussehen wird.

Der Orgelbauer Josef Pferdt erklärte uns anschaulich, wie eine mechanische Pfeifenorgel funktioniert. Nach fast zwei Stunden Erklärungen schwirrte uns der Kopf mit Fachbegriffen wie:

Josef Pferdt montierte die Verkleidung ab und wir konnten ins Innere sehen und verstehen.

Die schönen glatten schwarzen Tasten sind aus Grenadille Holz und mit einer Schwabbelscheibe poliert. Das Gehäuse der Orgel wird geölt und erhält dadurch eine sehr schöne Farbe und Oberfläche.

Nach den ausführlichen Erklärungen stärkten wir uns bei einem Vesper. In interessanten Gesprächen erfuhren den Ausbildungs- und Werdegang des Orgelbauers: es gibt nur eine Orgelbauschule in Deutschland! Das ist in Ludwigsburg die Oskar-Walcker-Schule. Dort hat auch Herr Pferdt seinen Meistertitel erworben. In Deutschland gibt es ca. 450 Orgelbaubetriebe. Gut 250 Betriebe sind 1-3 Mann Firmen – wie auch Orgelbau Pferdt. Die Lebensdauer einer Orgel liegt bei durchschnittlich 100 Jahren. Pfeifen können noch länger verwendet werden. Dank des mechanischen Aufbaus lässt sich ein Defekt – im Gegensatz zur Elektronik – schnell finden und beheben. Eine mechanische Orgel braucht Pflege. Deshalb wird in der Regel ein Wartungsvertrag mit dem Orgelbauer abgeschlossen.

Hausaufgaben wurden verteilt: unsere mitgereisten Bauausschuss-Mitglieder des KGR erhielten eine detaillierte Liste und die Frage nach einem Baugerüst für die Kirche, um über die Brüstung die alte Orgel ab- und die neue Orgel aufzubauen, ließ sich auch gleich dank eines weiteren Teilnehmers klären.

Nach dem anschließenden Stadtspaziergang, mit Einblick in Kirchen und die ehemalige Abtei, kehrten wir in einem Gasthof ein. Abends waren wir dank des Gemeindebusses wohlbehalten zurück – ein tolles Gemeinschafterlebnis mit unserem Bus.

Dank kreativer Spendenaktionen wie dem Kuchenverkauf letzten Sonntag in Heimerdingen sind bereits viele Spenden eingegangen und auch die zusätzlichen Registerwünsche sind weitgehend finanziert. Ein ganz herzliches „Vergelt’s Gott“ an alle Spender:innen.

Die Orgel wird im Laufe des Monats Dezember in Heimerdingen aufgestellt werden und zu Weihnachten schon sichtbar, aber noch nicht hörbar sein. Die „Intonation“, das klanglich genaue Einstellen auf den Raum, kann erst vor Ort erfolgen. Dieser Vorgang dauert gut zwei Wochen: jede Pfeife wird in ihrem Klang und in ihrer Lautstärke überprüft und angepasst. Der Orgelbauer muss dazu im Gehäuse der Orgel auf engstem Raum Pfeife für Pfeife kontrollieren und bearbeiten und am Spieltisch, auf den Tasten, darf ihm assistiert werden. Ton für Ton, Taste für Taste, Pfeife für Pfeife. Wer zu Hause schon einen Klavierstimmer erlebt hat, kann sich vorstellen, wie das klingt.

Der Weihetag der Orgel wird auf den Sonntag, 21. Januar 2024 fallen. Da es vormittags in Ditzingen den Neujahrsempfang gibt, werden wir am Nachmittag mit einem feierlichen Gottesdienst die Orgel segnen und anschließend erklingen hören. Herzliche Einladung zur feierlichen Eucharistiefeier mit Orgelweihe um 17 Uhr in der Heilig Geist Kirche Heimerdingen. Anschließend wollen wir gemeinsam bei einem Ständerling auf die „neue“ Orgel anstoßen. 

Für das Orgel-Komitee, Karin Pferdt

Die Schönstatt-Frauen berichten

Ende September fuhren wir mit einer Gruppe von Frauen mit unserem Gemeindebus auf die Liebfrauenhöhe zum Tag der Frau. Das Thema war „Mein Lebenshaus“. Wir durften in unseren Häusern Schätze entdecken, die in jedem von uns schlummern und uns wurde Mut gemacht, diese Chancen zu ergreifen. Neben dem Vortrag gab es noch eine Reihe von Angeboten; zum Beispiel ein Seminar einer Fotografin, die zeigte, wie wir mit unseren Handys gute Bilder machen können. Am Abend fuhren wir nach Hause und freuten uns über diesen erfüllten Tag.

Ein großes Ereignis für uns Schönstatt-Frauen ist das Erntedankfest. Wir holen die Gaben, damit wir einen schönen, reich geschmückten Erntealtar aufbauen können. Nach dem Gottesdienst konnten die Gottesdienstbesucher die Erntegaben erwerben – so können wir für das Krankenhaus in Burundi, das von Schönstattschwestern betrieben wird, einen Betrag von 767 € spenden. Sie werden davon Sonnenkollektoren kaufen, um den Kühlschrank für die Medikamente mit Strom zu versorgen.

Wir danken besonders den Spendern der Gaben, sowie denjenigen, die die Gaben gekauft haben, ganz herzlich.

Die Früchte, die nicht verkauft wurden, gingen an den Tafelladen in Ditzingen.

An alle Menschen guten Willens

Laudate Deum

Laudate Deum („Lobt Gott“) ist ein apostolisches Schreiben von Papst Franziskus und führt die Enzyklika Laudato si fort. In seiner Schrift ruft Franziskus zu einem konsequenten Handeln in der Klimakrise auf und wendet sich gegen die Leugnung des Klimawandels. 

Das Schreiben wurde am 4. Oktober 2023, dem Fest des heiligen Franz von Assisi, unterzeichnet und in diversen Sprachen veröffentlicht. Der Termin wurde in Hinblick auf die UN-Klimakonferenz in Dubai 2023 gewählt, die vom 30. November bis 12. Dezember 2023 stattfindet. 

Als Titel gelten, wie bei päpstlichen Texten üblich, die Worte der Einleitung des Textes: „‚Lobt Gott für all seine Geschöpfe‘. Dies war die Aufforderung, die der heilige Franz von Assisi mit seinem Leben, seinen Liedern, seinen Taten zum Ausdruck brachte.“ Der als Zitat des Heiligen gekennzeichnete Satz ist nicht wörtlich in den Schriften des heiligen Franziskus zu finden, sondern fasst als Paraphrase dessen Lebensbotschaft zusammen. Die Umweltenzyklika aus dem Jahre 2015 von Papst Franziskus, Laudato si’, hatte mit einem wörtlichen Zitat von Franz von Assisi begonnen. 

Der Papst erläutert die Wahl des Titels am Ende seines Schreibens: „‚Lobt Gott‘ ist der Name dieses Schreibens. Denn ein Mensch, der sich anmaßt, sich an die Stelle Gottes zu setzen, wird zur schlimmsten Gefahr für sich selbst.“ 

Gerichtet ist das Schreiben „an alle Menschen guten Willens“. Diese Adressierung hatte bereits Papst Johannes XXIII., in seiner Friedensenzyklika terris aus dem Jahre 1963 gewählt. 

Der Papst ruft in seinem Schreiben zu zügigen und umfassenden Maßnahmen gegen die Klimakrise auf und spricht sich gegen die Klimawandelleugnung aus. Mit der Zeit sei Franziskus klar geworden, „dass wir nicht genügend reagieren, während die Welt, die uns umgibt, zerbröckelt und vielleicht vor einem tiefen Einschnitt steht.“ Deswegen habe er nach der Enzyklika Laudato si aus dem Jahr 2015, die sich schwerpunktmäßig mit dem Themenbereich Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt, die neuerliche Schrift zum Thema verfasst.

Papst Franziskus richtet sich auch an Klimaleugner in der Kirche, wenn er schreibt: „Wie sehr man auch versuchen mag, sie zu leugnen, zu verstecken, zu verhehlen oder zu relativieren, die Anzeichen des Klimawandels sind da und treten immer deutlicher hervor. Niemand kann ignorieren, dass wir in den vergangenen Jahren Zeugen von extremen Phänomenen, häufigen Perioden ungewöhnlicher Hitze, Dürre und anderem Wehklagen der Erde geworden sind. … Es stimmt, dass nicht jede einzelne Katastrophe automatisch auf den globalen Klimawandel zurückgeführt werden kann. Es ist jedoch nachweisbar, dass bestimmte von der Menschheit verursachte Veränderungen des Klimas die Wahrscheinlichkeit immer häufigerer und intensiverer Extremereignisse deutlich erhöhen.“ (Laudate Deum Nr. 5). Es dürfe nicht sein, dass das Thema verspottet und den Armen die Schuld dafür gegeben werde, „weil sie viele Kinder haben“. Bestimmte Personen würden ferner behaupten, dass die Eindämmung des Klimawandels zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen würde. Der Fortschritt zur Einhegung der Klimakrise sei viel zu gering. Wir müssen diese Logik überwinden, dass wir einerseits ein Problembewusstsein an den Tag legen und gleichzeitig nicht den Mut haben, wesentliche Veränderungen herbeizuführen. Wir wissen, dass wir bei diesem Tempo in nur wenigen Jahren die wünschenswerte Höchstgrenze von 1,5 Grad Celsius überschreiten werden und nur wenig später 3 Grad Celsius erreichen könnten, mit dem hohen Risiko, an einen kritischen Punkt zu gelangen. Selbst wenn dieser Punkt, von dem es kein Zurück mehr gibt, nicht erreicht würde, wären die Auswirkungen katastrophal und es müssten in aller Eile unter enormen Kosten und mit äußerst schwerwiegenden und unerträglichen wirtschaftlichen und sozialen Folgen Maßnahmen ergriffen werden. Wenn auch die Maßnahmen, die wir jetzt anwenden, mit Kosten verbunden sind, so werden diese noch wesentlich höher sein, je länger wir warten. Hören wir endlich auf mit dem unverantwortlichen Spott, der dieses Thema als etwas bloß Ökologisches, „Grünes“, Romantisches darstellt, das oft von wirtschaftlichen Interessen ins Lächerliche gezogen wird. Geben wir endlich zu, dass es sich um ein in vielerlei Hinsicht menschliches und soziales Problem handelt. Deshalb bedarf es einer Beteiligung von allen. Auf Klimakonferenzen ziehen die Aktionen von sogenannten „radikalisierten“ Gruppen oft die Aufmerksamkeit auf sich. In Wirklichkeit füllen sie jedoch eine Lücke in der Gesellschaft als Ganzer, die einen gesunden „Druck“ ausüben müsste, denn es liegt an jeder Familie, zu bedenken, dass die Zukunft ihrer Kinder auf dem Spiel steht. (Laudate Deum Nr. 56, 58). 

Zur Vorstellung der Schrift wurde eine Pressekonferenz unter dem Titel Laudate Deum – Stimmen und Zeugnisse zur Klimakrise abgehalten. Als Gäste waren Giorgio Parisi (Nobelpreisträger der Physik), Carlo Petrini (Gründer der Slow-Food-Bewegung) und Luisa Neubauer (von Fridays for Future) geladen, die sich jeweils mit einem Redebeitrag einbringen durften. Neubauer rief die Kirche auf der Veranstaltung dazu auf, zu einer „wahren Verbündeten“ der Klimabewegung zu werden. Wenn der Papst in der katholischen Kirche zu einem Kulturwandel aufrufe, „dann könne dies auch jeder andere in seinem Bereich tun“.

In diesem apostolischen Schreiben beschreibt der Papst, meiner Meinung nach, seine persönliche Sorge mit einer kaum zu übertreffenden Deutlichkeit und fordert uns als Christen auf, alles Mögliche zur Eindämmung der Klimaerwärmung zu tun. Ein wirklich gelungenes Schreiben.

Hier lesen Sie: Apostolisches Schreiben – LAUDATE DEUMAn alle Menschen guten Willens über die Klimakrise: https://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/20231004-laudate-deum.html

H. Geisel

Ethik im Dialog: Assistierter Suizid

Assistierter Suizid – Das umstrittene Sterben 

Bis wann ist ein Leben lebenswert? Was ist Würde? Welche Rolle spielt die Autonomie des Menschen? Welche Möglichkeiten bietet die Palliativmedizin? Geht es auch um Solidarität im Ernstfall des Lebens? Darf oder soll Menschen im schlimmsten Fall aktiv beim Sterben geholfen werden? Viele große Fragen und Emotionen kreisen um das Thema Sterbehilfe. Erst recht, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Februar 2020 „ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben“ erklärt hat und eine abschließende Entscheidung im Bundestag noch ansteht.

An diesem Abend sollen Menschen zu Wort kommen, die um die konkrete Bedeutung dieser Fragen im Alltag wissen. Eine renommierte Person mit Ethikexpertise wird ihre Sicht der Dinge dazu legen.

Weitere Informationen bekommen Sie hier: SCALA

oder bei der keb