Weltgebetstag am Fr, 01.03.

„… durch das Band des Friedens“ – das scheint seit den Terrorakten der Hamas und den Militäreinsätzen Israels im Gazastreifen mit tausenden Toten wie eine Illusion. Frieden im Heiligen Land. Ein Leben, in dem „Gerechtigkeit und Frieden sich küssen“ wie es im Psalm 85 heißt – eine ferne Vision. Und doch eine Vision, an der die Weltgebetstagsbewegung festhalten will. Wann, wenn nicht jetzt, sollten christliche Frauen aller Konfessionen sich weltweit zu Gottesdienst und Gebet, zu Klage und Schweigen, zu inständigen Bitten um Frieden versammeln? Wann, wenn nicht jetzt? Am 1. März 2024 hofft man weltweit im gemeinsamen Gebet darauf, dass von allen Seiten das Menschenmögliche für das Erreichen eines gerechten Friedens getan wird. Schließen auch Sie sich über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg zusammen, um auf die Stimmen von Frauen aus Palästina und ihre Sehnsucht nach Frieden in der Region zu hören und sie zu teilen. So kann der Weltgebetstag 2024 in dieser bedrückenden Zeit dazu beitragen, dass – gehalten durch das Band des Friedens – Verständigung, Versöhnung und Frieden eine Chance bekommen, in Israel und Palästina, im Nahen Osten und auch bei uns in Deutschland.

Hirschlanden und Schöckingen:

1. März 2024 – 19:30 Uhr Gottesdienst mit anschließender Begegnung im evangelischen Gemeindehaus, Friedhofstraße, Hirschlanden

Heimerdingen:

1. März 2024 – 19:30 Uhr Gottesdienst in der Evangelischen Kirche in Heimerdingen.

Filmabend: Die Passionsgeschichte und fair gehandelten Tomaten

Der Arbeitskreis Nachhaltigkeit unserer Kirchengemeinde und die Stadt Ditzingen laden am Samstag, 2. März 2024, um 19 Uhr zum Filmabend „Das Neue Evangelium“ von Milo Rau in das Gemeindehaus nach Hirschlanden ein. Der Abend findet im Rahmen einer Veranstaltungsreihe statt, die die Steuerungsgruppe Fair Trade der Stadt Ditzingen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen organisiert. Nach dem Film sind alle eingeladen, sich zum Film auszutauschen so- wie Eine-Welt-Produkte und die verschiedenen NoCap-Tomatenprodukte zu kaufen.

Zum Film: Für seinen Film „Das Neue Evangelium“ wählte der Schweizer Regisseur Milo Rau den Aktivisten Yvan Sagnet, Gründer der Organisation „No Cap“ zum Hauptdarsteller des Jesus. „No Cap“ setzt sich für faire Arbeits- und Lebensbedingungen der italienischen Erntehelfer ein. Gleichzeitig kämpft sie gegen die Caporalato, ein System, das illegal Erntehelfer rekrutiert und das Yvan Sagnet als “moderne Sklaverei” in der italienischen Landwirtschaft bezeichnet. Durch No Cap (No Caporalato) erhalten die Tomatenpflücker, zumeist geflüchtete afrikanische Erntehelfer, ordentliche Arbeitsverträge, gerechten Lohn, eine menschenwürdige Unterkunft und Hilfe bei der Integration.

Als Drehort wurde die süditalienische Stadt Matera, in der schon berühmte Jesus-Filme gedreht wurden, und die 2019 europäische Kulturhauptstadt wurde. Milo Rau war es wichtig, in seinem Film die heutige Realität zu zeigen, und so mischt er die Darstellung des Lebens Jesu mit Dokumentarszenen über die prekären Lebensbedingungen der Arbeiter vor Ort. Im Abspann des Films präsentiert Yvan seine No Cap-Tomaten im ersten Supermarkt Italiens als Problemlösung und gleichzeitige Zukunftsvision.

No Cap-Produkte – Verkauf auch in unserer Gemeinde:

Seit unsere Kirchengemeinde 2020 den Film zum ersten Mal gezeigt hat, beziehen wir auch die No-Cap-Tomatenprodukte und verkaufen sie bei verschiedenen Anlässen weiter. Mittlerweile sind sie erfreulicherweise auch in den Weltläden Ditzingen, Heimerdingen und Hemmingen erhältlich.

Der Arbeitskreis Nachhaltigkeit und die Stadt Ditzingen freuen sich auf Ihr Kommen!

Oster-Postkarten-Aktion der Minis

Sie kennen Menschen die einsam sind oder die sich über einen kleinen Ostergruß freuen würden?

Dann nehmen Sie aus den Gottesdiensten in der Fastenzeit eine Postkarte mit und befolgende diese Anleitung:

Mit der Spende finanzieren wir unsere Romwallfahrt in den Sommerferien

Aschenkreuz am So, 18.02.

Das Aschenkreuz wird am So, 18.02. um 09:00 Uhr in Hirschlanden und um 19:30 Uhr in Heimerdingen verteilt.

Die Tradition – ein Aschekreuz zu verteilen – geht bis in das 10. Jahrhundert zurück. Am Aschermittwoch wird die Asche im Gottesdienst vom Pfarrer gesegnet und dabei mit Weihwasser besprengt. Mit den Worten „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst” oder alternativ die Worte Jesu: “Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium” (Mk 1,15b) wird die Asche in Form eines Kreuzes auf den Kopf gestreut.

Das Aschekreuz kann in zwei unterschiedlichen Formen ausgeteilt werden:

Seit dem 12. Jahrhundert wird die Asche bis heute durch das Verbrennen von den Palmzweigen vom Palmsonntag aus dem letzten Jahr erzeugt. Die Asche steht dabei stellvertretend für die Vergänglichkeit und die Reinigung der Seele, da Asche ab dem Mittelalter auch als Reinigungsmittel genutzt wurde.

Kirchkuchen geht in die nächste Runde: 11.02.

seit Herbst 2021 gibt es in unserer Gemeinde einmal im Monat die Möglichkeit nach dem Gottesdienst zusammen zu bleiben und bei leckeren Kuchen miteinander ins Gespräch zu kommen. Gemeinschaft und Zeit zu teilen war die Idee dahinter. Und es klappt: Wir haben das Gefühl, dass der KirchKuchen gut ankommt. Auch 2024 wollen wir den Kirchkuchen stattfinden lassen. Tragen Sie sich doch die Termine ein und kommen Sie:

Wenn Sie das Team unterstützen wollen, dann sprechen Sie die Mitglieder an oder kontaktieren Sie GR Martin Hensel

Lebens(t)räume – Schöpfungsbewusste Fastenzeit

In diesem Jahr wollen wir, der Arbeitskreis Nachhaltigkeit, in unserer Gemeinde Schöpfungsbewusstsein und Spiritualität verbinden – und laden Sie deshalb ganz herzlich ein, die Fastenzeit mit uns zu verbringen. Unter dem Motto Lebens(t)räume wollen wir uns fünfmal montags im kath. Gemeindezentrum in Hirschlanden treffen. Das Vorbereitungsteam hat ein buntes (es wird nicht nur grün) Programm zusammengestellt. Mit Impulsen, Bibelstellen, Musik, kreativen Auszeiten, … wollen wir über die Schöpfung und andere Themen des Lebens ins Gespräch kommen. Wir freuen uns auf die gemeinsame (Fasten-)Zeit.

Wo? Kath. Kirche Hirschlanden Schwabstr. 15, Ditzingen

Wann? 5x montags um 19 Uhr

Ansprechperson(en)

Martin Hensel

Gemeindereferent und
Pastorale Ansprechperson

Handy: 0178-9213795

Telefon: 07156-9667058

Email: Martin.Hensel@drs.de

Schwabstraße 15
71254 Ditzingen-Hirschlanden

“Strahle auf” – Ein besonderer Lichtmess-Gottesdienst

Am Sonntag feierten wir gemeinsam mit St. Maria einen ganz besonderen Lichtmess-Gottesdienst. Passend zum Jahresmotto unserer Seelsorgeeinheit “Licht” und dem Treffen der Firmlinge mit dem Thema “Ich im Fokus” ging es in dem Lichtmess-Gottesdienst, den wir in St. Maria feierten darum, dass wir unser Licht nicht unter den Scheffel stellen sollen.

Gestaltet von Gemeindereferent Martin Hensel und Pfarrer Alexander König thematisierte der Gottesdienst das Evangelium vom Licht der Welt, in dem es nicht nur über Jesus heißt, dass er das Licht der Welt ist sondern wir alle, die wir unser Licht strahlen lassen.

Und so brachten die vielen Minis, die aus Hirschlanden und Ditzingen kamen, zu Beginn des Gottesdienstes einige Lichter in die sonst dunkle Kirche. Die Band, die neben klassischen “Licht”-Liedern auch das Gospelstück “This little Light of mine” zum Besten gab, ließ den Gottesdienst besonders strahlen.

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In seiner Predigt sprach Pfarrer Alexander König über die Ereignisse am Wochenende

Wenn wir unser Leben betrachten und immer wieder verorten und reflektieren, dann können wir mit unseren Charismen, Stärken und Fähigkeiten zu einer besseren Welt beitragen. Hier war die Anspielung zum Firmtreffen deutlich spürbar.

Doch auch die gut besuchte Demo gegen Rechts, die der Jugendgemeinderat am Samstag veranstaltete und zu der unseren Gemeinden auch einluden, wurde in seiner Ansprache erwähnt. Nicht zu letzt zeigt man auch hier für welches Licht man brennt: Die Menschenfreundlichkeit Gottes und die Zuwendung Jesu zu jedem – egal welcher Hautfarbe, Ethnie oder Geschlecht man angehört.

Gott ist für mich die schöpfende Kraft und Licht für die Welt. Wie die Sonne jeden Tag erleuchtet so erstrahlt Gottes Liebe über meinem Leben. Jesus ist für mich Bruder und Herr. Er ist gekommen zum Heil der Welt. Der Funke seiner Botschaft hat mich entfacht: Das Himmelreich zu verwirklichen. Der Hl. Geist ist Gottes Licht in mir. Die Gotteskraft schenkt mir Begabungen, Leidenschaft und Barmherzigkeit auf dem Weg hin zum ewigen Leben. Wie der Mond durch das Licht der Sonne strahlt, so scheint das Licht Gottes durch das Leben der Heiligen. Darin sind sie mir Vorbild. Mein Glaube ist wie eine Wunderkerze. In der Nachfolge Jesu möchte ich den Funken überspringen lassen, denn in mir brennt ein Licht

Martin Hensel, 2023

Seine Talente für die Gemeinschaft einsetzen, etwas Gutes daraus machen, das Anderen Freude bereitet, so sprach Alexander König, das hat man auch am Samstag abend gesehen: Ein grandioser Fasching fand im Gemeindezentrum St. Maria statt, bei dem viele verschiedene Menschen ihre Talente, Fähigkeiten und Begabungen einsetzten um Anderen eine Freude zu machen.

Das anschließende selbstgeschriebene Glaubensbekenntnis zum Licht brachte das Symbol der Wunderkerze in den Gottesdienst, die am Ende am Altar auch entzündet worden sind: Wie der Funke Gottes uns entfacht, so soll auch unser Sternenregen andere entfachen.

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Auch dieses Lied kam im Gottesdienst vor.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde der Blasiussegen gespendet. Dabei werden zwei gekreuzte Kerzen vor das Gesicht der Gläubigen gehalten. Benannt ist dieser Segen nach dem Heiligen Blasius von Sebaste. Er lebte um 300, war Arzt und später Bischof und er starb grausam als Märtyrer während der Christenverfolgung. Blasius half Menschen, egal, ob sie es bezahlen konnte oder nicht.

Kurz vor seinem Tod rettete Blasius einem Jungen das Leben, als er an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Deshalb soll der gleichnamige Segen vor Halskrankheiten, aber auch vor allem Bösen schützen. Bin ich deshalb immun gegen Halskrankheiten wie z. B. Corona? Nein. Ein Segen ist kein magischer Schutz, wie der Zaubertrank von Miraculix. Es ist auch kein Schutzschild wie wir es aus Star Wars kennen. Ein Segen kann aber die Gewissheit stärken, dass wir in Gott gut aufgehoben sind: Egal ob wir leben oder sterben wir vertrauen auf Gottes Versprechen, dass seine heilbringende Kraft uns seelisch und körperlich erreicht.

Mit dem Fest Mariä Lichtmess endete früher die Weihnachtszeit. Eine Bauernregel sagt: „Lichtmess – bei Licht ess.“ Das heißt: Ab jetzt merken wir, dass es abends wieder heller bleibt.

Firmung: Das eigene Leben in den Blick nehmen

Am Wochenende haben sich unsere Firmlinge aus unserer Gemeinde gemeinsam mit Anna Flaith und Martin Hensel zu ihrem ersten inhaltlichen Treffen in der Firmvorbereitung. Im November gab es mit dem Jugendsonntag einen Auftakt zum besseren Kennen lernen. Doch jetzt ging der Inhalt los.

Das Treffen war Überschriften mit “Ich im Fokus”. Dabei konnten die Firmlinge ihre Vergangenheit, ihr bisheriges Leben anschauen, das Hier & Jetzt in Blick nehmen und auch einen Blick in die Zukunft werfen, denn auf dem Weg ins Erwachsen-Werden, stehen sie gerade an einer Weggabelung. Nicht unbedingt so, dass sie sich ganz konkret für A oder B entscheiden müssten, sondern eher so, dass sie die grobe Richtung ihres Lebens, ihrer Art zu Leben entdecken, ausbauen, ausprobieren und dann Schrittweise gehen.

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In den knapp zwei Stunden wurde auf ganz unterschiedlicheweise das “Ich” in den Blick genommen: Zu Beginn gab es einen Impuls, mit dem Gedicht “Ein Mensch” von Julia Engelmann und dem Lied “Sensation” von Adel Tawil, der in das Thema “Ich im Fokus” einführte.

Im Anschluss konten die Jugendlichen an vier verschiedenen Stationen sich dem Thema annähern: Es gab die Möglichkeit ein Spiegel-Bild mit dem Lebensfaden zu gestalten. Wendungen, Knicke, Abrisse, Formen stellen dabei das Leben und/oder Wünsche daran dar.

In Socken und mit verbundenen Augen wurde ein Seil entlang gegangen, das Windungen, Übergänge und Kreuzungen hatte. Wie fühlt es sich an an Weggabelungen die Entscheidungen über den weiteren Weg zu treffen? Wie geht es dir damit den Weg nicht zu sehen? …

Mit Hilfe des Handys konnten die Jugendlichen einen Persönlichkeitstest machen, der eine Momentaufnahme zeigt: Wie bin ich gerade drauf? Wie zeige ich mich? Wie will ich sein?

An der 4. Station konnten die Jugendlichen einen Jutebeutel mit Spray-Dosen gestalten, der sie mit in die Zukunft begleiten soll, denn darin konnten sie Rüstzeug für ihre Zukunft einpacken: Nette Kleinigkeiten, Give-aways wie z.B. Traubenzucker, wenn die Energie mal fehlt. Konfetti, wenn es mal wieder bunt werden soll, Taschentücher für den Trost, einen Einkaufschip mit dem Spruch “Jesus geht mit!” drauf und und und.

Abschluss der zwei Stunden bildete ein Expuls, der die Jugendliche mit in eine Geschichte darüber nahm, was wirklich wichtig ist im Leben.

Segnung der Liebe am 11.02.

Am Sonntag, 11. Februar, wenige Tage vor dem Valentinstag, sind alle Paare in besonderer Weise zum Gottesdienst eingeladen, um sich segnen zu lassen. Nach den Gottesdiensten gibt es dazu die Möglichkeit. Eingeladen sind alle, die die Lieben zueinander segnen lassen wollen. Im Anschluss an den 10:30 Uhr Gottesdienst in Hirschlanden kann beim Kirchkuchen noch ein wenig die gemeinsame Zeit genossen werden.

“Befreit aus der Enge” – der Vatikan hat die Segnung homosexueller Paare erlaubt. Ein erster und wichtiger Schritt in die Freiheit der gleichen Würde aller Kinder Gottes. Befreit aus dem Korsett der moralischen Enge hin zu einer liebevolleren Auslegung der Heiligen Schrift.

Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ (1. Kor 16,14).

Liebe Gemeinde,

die Jahreslosung, die die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) für das Jahr 2024 ausgegeben hat, lautet „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ (1. Korinther 16,14). „Na klar“ werden die meisten sagen: „Wer will das denn nicht?“ … Liebe als Grundmotivation für mein Handeln.

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Für Paulus, der den Brief an die Gemeinde in Korinth geschrieben hat, war das offensichtlich nicht so eindeutig. Er ermahnt die ganze Gemeinde am Ende seines Briefes, quasi als Fazit, dazu, dass alles was im Gemeindeleben und im persönlichen Alltag passiert in Liebe geschehe. Eine Ermahnung, die durch die ca. 1969 Jahre (denn der Korintherbrief wird auf ca. 55 n. Chr. datiert) Kirchengeschichte immer noch Relevanz hat. Durch die Zeiten hindurch wurde sein Brief Inhalt von Abhandlungen, Predigten und Bücher: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ ein Paulus-Satz, der mir in der Bibel als Wort Gottes begegnet. Der einen Resonanzraum in mir zum Schwingen bringen will.

Liebe, als Grundmotiv für mein Handeln ist aber gar nicht so einfach. Hauchdünn kann der Grat zwischen Liebe und Machtausübung sein – denken wir an Eltern und Kinder. Doch auch in der Gemeinde kann man diesen Grat erleben: Leidenschaftliches Engagement als Herzenssache oder das Durchsetzen eigener Interessen?! Was leitet mich? Sich seiner Herzenshaltung bewusst zu sein, Zuhause, in der Gemeinde, ja im ganzen Leben, ist hilfreich, wenn man seiner eigenen Berufung nachgehen will.

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ – Wirklich alles? Paulus macht da keine Ausnahmen, er meint nicht nur das Religiöse. Er meint alles: Familie, Beruf, Freizeit, Alltag, Gesellschaft, Kirche, … einfach alles unter Gottes Himmel geschehe in Liebe. Wenn man drüber nachdenkt merkt man schnell wie schwierig das wird, weil wir eingespannt sind im Netzwerk der Globalisierung: Mein Handeln im Strohgäu hat Auswirkungen z. B. auf den Amazonas-Regenwald. Hier haben wir alle Entwicklungspotenzial um noch stärker die Liebe zu leben, die Jesus uns vorgelebt hat.

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ meint nicht, mit dem „Mantel der Liebe“ alle Konflikte zu zudecken und auf Harmonie tun. Jesus selber scheut nicht die Auseinandersetzungen mit den religiösen Führern der damaligen Zeit. Er zeigt auf wundersame Art für wen sein Herz schlägt: Für jeden Menschen – vor allem aber für die Schwachen, Armen, Ausgestoßenen. Für ihn ist klar, dass das Gesetz für den Menschen da ist und nicht umgekehrt. Wer sich an alle Gebote (und davon gibt es im Alten Testament sehr sehr viele – z. B. dass man keine Meeresfrüchte essen solle – Lev 11) hält, aber ohne Liebe lebt, ohne Mitgefühl, Barmherzigkeit und Versöhnung, der hat die Lebensweise, die Gott für uns möchte, nicht verstanden (vgl. 1. Kor 13,1). Für mich bedeutet das: Als Gemeinde setzen wir uns für die Menschen ein, für ein gutes Miteinander, für Fairness, für Umweltschutz. Hass und Hetze haben keinen Platz, weil sie nicht dem entsprechen, was Gott für diese Welt vorhat.

Als Einzelperson, als Martin Hensel, bedeutet die Jahreslosung für mich, dass ich meine Handlungen und Haltungen überprüfe. Geschieht alles aus Liebe? Paulus findet auch noch ganz poetische Worte über die Liebe, die heutzutage vor allem für Hochzeiten verwendet werden, die aber auch viel über das Gemeindeleben verraten, wie es sich Paulus vorgestellt hat. Das Hohelied der Liebe ist Teil des Briefes an die Gemeinde in Korinth. Ich denke Paulus ist immer wieder Menschen begegnet, die gesagt haben: „Na klar passiert alles in Liebe“, „wir lieben uns ja“, „geht klar, machen wir!“ und aber eigentlich nicht die Tiefe seiner Botschaft verstanden haben. So verstehe ich zu mindestens die folgenden Verse aus dem Hohelied der Liebe: „Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; / doch am größten unter ihnen ist die Liebe. (1. Kor 13,12-13). Bei all den Begabungen, Charismen und Fähigkeiten, die tagtäglich in unserer Gemeinde, in unserem Alltag, im Aufbau des Himmelreichs miteinander wirken ist die Liebe immer die Leitkultur. Aus Glauben wird in der Ewigkeit das Schauen Gottes von Angesicht zu Angesicht. Aus Hoffnung wird Gewissheit. Doch die Liebe bleibt die Liebe! Liebe ist Gottes Macht in uns!


Ihr Martin Hensel,
Gemeindereferent